Queergestreift Filmfestival – BETWEEN GOODBYES
Im Zentrum dieser Langzeitdokumentation steht Mieke, eine queere Koreanerin, die als Baby adoptiert wurde und in den Niederlanden aufgewachsen ist. Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme mit ihrer Ursprungsfamilie reist sie erneut nach Seoul – dieses Mal mit ihrer zukünftigen Ehefrau. Zwischen queerer Gegen- wart und traditionell geprägter Herkunftsfamilie liegen Freude, Reibung und Erkenntnisse. Missverständnisse brechen auf, wenn Sprache, Erwartungen und Schuldgefühle aufeinandertreffen. Besonders berührend ist die fragile Mutter-Tochter-Beziehung: Nähe wird gesucht und zugleich gefürchtet. Die Annäherung zwischen adoptierter Tochter und Ursprungsfamilie wird über Jahre begleitet – nicht als Happy End, sondern als tastender Prozess.
Über dieser Entwicklung schwebt die Frage, wie sich eine queere Identität zwischen Geburts- und Wohnort formt und ob Mieke queer lieben und leben würde, wenn sie bei ihrer Ursprungsfamilie aufgewachsen wäre. Miekes Geschichte spiegelt eine größere Realität wider: Zehntausende koreanische Kinder wuchsen nach einer internationalen Adoption in Europa auf und wurden von ihren Familien getrennt.
